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The Walking Dead – Season 2 – All that Remains

„Gott wird alle Tränen abwischen. Es wird keinen Tod mehr geben und keine Traurigkeit, keine Klage und keine Quälerei mehr. Was einmal war, ist für immer vorbei.“

– Neues Testament: Offenbarung des Johannes

Mit „All that remains“ veröffentlicht Telltale Games die erste, lang ersehnte Episode des Nachfolgers des preisgekrönten Spiel 2012, „The Walking Dead“, mit welchem dem Studio ein echter Überraschungshit gelang.

TWD - S2Spielt man im ersten Teil noch Lee Everett, einen verurteilten Mörder, der sich in den Wirrungen der Zombie Apokalypse des kleinen Mädchens Clementine annimmt, so übernimmt man nach den tragischen Ereignissen des Vorgängers die Rolle von Clementine selbst.
Anmerkung: Hat man noch Savegames vom ersten Teil auf der Festplatte, können dort getroffene Entscheidungen Auswirkungen auf den aktuellen Spielverlauf haben.

Nur wenige Monate sind in der Zwischenzeit vergangen und Clementine muss sich alleine durch die feindliche Welt schlagen, auf der Suche nach Schutz, Hilfe und menschlicher Gegenwart. Doch wem kann man trauen? Welche Schattenseiten und Geheimnisse tragen die Überlebenden mit sich, folgen ihren eigenen Motiven und Interessen und wie kann sich ein kleines Mädchen, wenngleich merklich reifer als im Vorgänger, in solch einer Welt behaupten.

Aus Technischer Sicht hat sich im Vergleich nicht viel getan, die Comicgrafik ist grundlegend gleich geblieben auch wen einige Verbesserungen in die Engine eingeflossen sind. So sind die immer wieder auftretenden Quick Time Events merklich dynamischer, da nicht mehr nur hektisches Drücken einzelner Tasten zur Steuerung verwendet werden, sondern auch durch das Drücken der entsprechenden Tasten zum Beispiel nach Links oder Rechts ausgewichen werden kann.
AußergewöhnlicTWD - S2h ist die Mimik der einzelnen Charakter welche es ermöglicht die einzelnen Gefühlsregungen (Angst, Hass, Verzweiflung, Freude) direkt zu erkennen und dadurch sicher zur einzigartigen Stimmung des Spiels beiträgt.

Die große Stärke des Spiels ist eindeutig die erzählerische Inszenierung, die zum Teil echt harten Handlungsspins und der Zeitdruck bei fast allen Entscheidungen, die man im Spiel treffen muss. Dadurch gelingt es den Spieler direkt im Magen zu treffen und oft mit einem verzweifelten Gefühl und einem „Wtf“ auf den Lippen zurück zu lassen.

Nach einer Spielzeit von knapp 90 Minuten kann man nur den Monitor anstarren, mit den Zähnen knirschen und sich verzweifelt fragen, ob alle Entscheidungen die richtigen waren, ob man selbst gleich handeln würde.

Fazit:

#IAmClementineGroßartig Inszeniert, intensiv von der ersten Sekunde an mit hervorragenden Synchronsprechern (Spiel ist aktuell nur auf English mit englischem Untertitel erhältlich, welches aber sehr gut verständlich ist) und Musikuntermalung.
Ich hoffe Telltale schafft es mit den nachfolgenden 4 Episoden, die im Abstand von 1 – 2 Monaten erscheinen sollen, das hohe Niveau der ersten Episode zu halten bzw. zu steigern.

Für alle Fans von grandios erzählten Geschichten eine klare Kaufempfehlung.

Wertung: 9 von 10 Zombiedaumen

Offizieller Trailer zu The Walking Dead – Season 2

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20 Jahre Doom – Der Anfang vom Ende

Vor genau 20 Jahren, am 10. Dezember 1993, wurde die Urmutter aller moderner 3D-Shooter (lassen wir Wolfenstein 3D mal vorweg :)) von der texanischen Spieleschmiede  „id Software“ veröffentlicht und revolutionierte damit zugleich die ganze (bis dato relativ kleine) Game-Branche.

Doom
Entwickler id Software
Publisher Cdv Software Entertainment,Pearl Agency
Erstveröffent-lichung 10. Dezember 1993
Plattform(en) 3DO, Apple Macintosh, Atari Jaguar, Game Boy Advance, IBM-PC-kompatible (Linux, Microsoft Windows 95, MS-DOS, Nintendo DS, Nintendo 64, QNX), IRIX,NeXTStep, PlayStation, Sega 32X, Sega Saturn, Solaris, Super Nintendo Entertainment System,Xbox, Xbox 360 und Source-Portsfür weitere Plattformen
Genre(s) Ego-Shooter
Thematik Science-Fiction
Spielmodi Einzelspieler, Mehrspieler
Steuerung Tastatur
Systemminima DOS: Intel 386 oder vergleichbarer Prozessor, 4 MBRAM, VGA-Grafik, Sound Blaster Pro™ oder vergleichbareSoundkarte (alternativ kann auch der Systemlautsprecher genutzt werden)
Medien CD-ROM, ursprünglich 3,5″-Diskette, Download

Durch die moderne Darstellungstechnik (3D Räume, mehrere Ebenen) sowie dank des Shareware-Vertriebsmodell (bei dem die meisten ‚Käufer‘ nichts bezahlten) der ersten Episode konnte sich das Spiel innerhalb kürzester Zeit mehr als eine Million mal verbreiten. Der legendäre Mastermind John Carmack ist noch heute für einige der meist eingesetzten Game-Engines verantwortlich und widmet sich seit August 2013 als Technik Chef der Entwicklung des VR-Headsets Oculus Rift.

Durch seine explizite Gewaltdarstellung war Doom bis 2011 in Deutschland auf dem Index für jugendgefährdende Medien (in Österreich bis 2005) und wurde auch sonst gerne in der bis jetzt andauernden Diskussion über Killerspiele als „Paradebeispiel“ genommen, wenn es darum ging, ein Videospiel dafür verantwortlich zu machen, wo Gesellschaft / Erziehung / etc. versagte.
So zog man als namenloser Marine mit Kettensäge, Schrotflinte oder Plasmakanone gegen Heerscharen vom Dämonen, die nach einem fehlgeschlagenem Experiment auf den Mars Monden durch ein Tor zur Hölle entwichen, und metzelte diese (aus damaliger Sicht) sehr detailliert nieder.  Vergleicht man den Grat der Gewaltdarstellung mit aktuellen Titeln wie Call of Duty, The Last of Us, Dead Island, … kann man heute nur müde schmunzeln.

Damals sorgten jedoch der unheimliche Midi-Soundtrack (Komponiert von Bobby Prince) und die beklemmende Atmosphäre für gehörige Gänsehaut.

Dieses Spiel ist wohl auch für meine spätere Berufswahl zum IT Menschen verantwortlich, begann ich mich zu diesem Zeitpunkt auch mit MS-DOS und Speicheroptimierung (HIGHMEM, LOWMEM, etc.) zu beschäftigen und meinen ersten PC zusammen zu stellen. Auch war dieses Spiel der Grund für das erste, selbst aufgebaute BNC LAN, da auch ein Mutliplayer-Modus für bis zu 4 Spieler geboten wurde.

Doom prägte eine ganze Generation an Spielern, machte 3D Shooter populär und schuf die Basis für kommende Spiele wie Quake, Unreal, Crysis, … und sorgte dafür das das ein neues, popkulturelles Genre geschaffen wurde.
2005 veröffentlichte Andrzej Bartkowiak  den Film Doom, welcher jedoch von den Kritiken eher bescheiden besprochen wurde und grundlegend die Handlung des Spiels wiedergab.

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Doom 4 befindet sich zur Zeit in Entwicklung.

Schwarz (Stephen King)

Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste, und der Revolvermann folgte ihm

Mit diesen Worten beginnt Stephen King vor gut 30 Jahren (82) seine epische Fantasy-Serie „Der Dunkle Turm“, die knapp 25 Jahre und 7 Bücher später (2004) fertig gestellt werden sollte.

Ich möchte in diesem Artikel ein bisschen auf den ersten Teil „Schwarz“ eingehen, der mir damals (95 herum?) eine ganz andere Welt in Kings Phantasie vorführte und in die ich mich, bis zum heutigen Tag fast schon verliebt habe.

Stephen King, weltweit wohl bekannt als Meister des Horrors, dessen Bücher eine Auflage von  über 100 Millionen erreicht haben. Zahlreiche Bücher wurden bis heute schon verfilmt, darunter Meisterwerke wie „The Green Mile“ und „The Stand“. Stephen King bezeichnet die „Dunkle Turm“ – Serie selbst als sein wichtigstes Werk, finden sich doch zahllose Verknüpfungen zu anderen, von King, erdachten Welten.

Zusammenfassung:

Roland, der letzte Revolvermann einer Welt, die sich weiter gedreht hat, ist auf der Suche nach dem sagenumwobenen Dunklen Turm, der das Zentrum aller Universen, der Existenz, bilden soll. Durch den Turm, erhofft sich der Revolvermann, seine sterbende Welt retten zu können.
Dabei verfolgt er, fast schon sein ganzes Leben lang, den Mann in Schwarz, einem mysteriösen Magier der ihm auf seinem Weg zum Turm helfen soll.
Auf diesem Weg kommt er in das Städtchen Tull, wo der Mann in Schwarz eine Falle, in Form der fanatischen Sylvia Pittston, für den Revolvermann vorbereitet hat. Diese Konfrontation führt dazu, dass der Revolvermann (dank seiner jahrelangen Ausbildung) alle Bewohner des Ortes tötet und dem Mann in Schwarz in die Wüste folgt.

Irgendwann, schon am Ende seiner Kräfte und ohne Wasser erreicht der Revolvermann eine verlassene Raststätte wo er den Jungen Jake trifft und einen sprechenden Dämon. Der Revolvermann hypnotisiert Jake und erfährt so, dass der Junge in einer Stadt namens New York vom Mann in Schwarz vor ein Auto gestoßen und getötet wurde und hier aufgewacht ist. Roland beschließt Jake mit sich zu nehmen und so folgen sie gemeinsam den Mann in Schwarz.

Als sie den Fuß eines Gebirges erreichen, begegnen die Beiden einem Orakel, einem Sukkubus, welches Roland eine Prophezeiung, die den Jungen und seinen weiteren Weg zum Dunklen Turm betrifft, offenbart und Roland vor eine schwere Entscheidung stellt.
So folgen die Beiden, Roland schweren Herzens, weiter dem Pfad des Mann in Schwarz. Sie erreichen ein altes Tunnelsystem, das sie tief in und durch den Berg führt. In der dort herrschenden Dunkelheit werden sie von Langsamen Mutanten angegriffen. Auf ihrer Flucht stürzt Jake in einen Abgrund und Roland muss sich, den Mann in Schwarz zum Greifen nah, zwischen dem Jungen und seiner Suche entscheiden. Roland entscheidet sich für den Turm und lässt Jake in die Tiefe stürzten.

Dann geh, es  gibt andere Welten als diese„, sind die letzten Worte Jakes.

Als der Revolvermann den Mann in Schwarz erreicht, führt ihn dieser aus dem Tunnelsystem ins Freie. Sie begeben sich an eine Stätte der Weissagung, ein altes Skelettfeld, wo der Mann in Schwarz Roland das Tarot legt. Daraufhin will Roland den Mann in Schwarz angreifen, doch dieser versetzt ihn mittels Magie in Schlaf. In den Träumen erlebt er eine irrwitzige Vision und erwacht 10 Jahre später am Ufer des Westlichen Meeres.

Ich habe bewusst einige Schlüsseldetails nicht erwähnt, um nicht die Spannung komplett zu verderben 🙂

Meinung:

„Schwarz“ wurde vor ca. 30 Jahren geschrieben. Entsprechend mag der Stil des Buches etwas umständlicher zu lesen sein, als die neueren Bücher von Stephen King, bei welchen man einfach die Erfahrung und auch Routine des Schreiberlings erkennen kann. Allerdings empfinge ich persönlich „Schwarz“ als eines der besten Bücher Kings (wohlgemerkt die erste Fassung des Buches, nicht die Überarbeitete) überhaupt. Ich habe selten ein poetischeres, vom schriftstellerischen Handwerk so spannend konstruiertes, fantastisches Buch gelesen, das mich schon nach der ersten Zeile in den Bann gezogen. Eine gewisse Romantik schimmert durch die komplette Geschichte hindurch, das Seufzen einer sich veränderten, sterbenden Welt.

Für mich ist dieses Buch der Beginn einer fantastischen Reise, die fast 10 Jahre (bis der letzte Band veröffentlicht wurde) gedauert hat. Und noch immer andauert.

Wertung: 8 von 10 dunklen Türmen

Schwarz – Der Dunkle Turm 1 auf Amazon

H.P. Lovecrafts – Die Saat des Bösen

H.P. Lovecrafts – Die Saat des Bösen

Seit Jahren bin ich ein Fan der Geschichten von H.P. Lovecraft, die fast immer von etwas Bösen, außerhalb des menschlichen Verständnisses, erzählen.
Die mittlerweile fast 100 Jahre alten Erzählungen schaffen es noch heute, seinen Lesern ihr eigenes Bild von dem körperlosen Grauen zeichnen zu lassen, die immer das Nemesis seiner Charaktere sind.  Die lovecraftschen Kreaturen und Götter wie Cthulhu, Yog-Sothoth, Tsathoggua, Azathoth und Nyarlathotep in ihrer uralten Bösartigkeit, die den in den Tiefen unseres Kosmos hausen, fesseln von der ersten Seite die Fantasie des Lesers.

Ivan Zuccon (Bad Brain, …) hat sich nun an einer Verfilmung gewagt, die ich selbst als eines der besten Werke Lovecrafts bezeichnen würde. Die Farben aus dem All. Zwar muss man sagen, das Zuccon hier dem geneigten Zuschauer seine eigene Interpretation präsentiert, aber das Grundthema ist deutlich zu erkennen. “Die Saat des Bösen”

Kurz Zusammengefasst:
In Italien des Jahres 1943 lebt der Bauer Piedro mit seiner Frau Alice und deren jüngeren, stummen Schwester auf einem kleinen Bauernhof, relativ unberührt von den Wirren des 2. Weltkrieges. Eines Nachts erstrahlt aus dem Brunnen des Hauses ein blaues Licht, bald darauf beginnt das Gemüse auf den Feldern Piedros unnatürlich groß zu werden und ein zunehmend geistiger Verfall setzt bei der Familie ein. Speziell Alice leidet unter der dämonischen Kraft, die sie mehr und mehr unter Kontrolle nimmt.

Eines sei gesagt: Zwar merkt man dem Film hin und wieder das kleine Budget an, trotzdem oder gerade deswegen entsteht von Anfang an eine feuchte, beklemmende Spannung. Auch wenn der Film gegen Ende hin einige Splatter Elemente beinhaltet, handelt es sich doch um einen gekonnten, subtilen, fesselnden Ökohorror-Film, den ich jedem, der etwas für dieses Genre übrig hat, nur empfehlen kann.

Wertung: 7 von 10 blutrünstige Tomaten

Wissenswertes:

H.P. Lovecrafts  – Die Saat des Bösen auf Amazon