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The Walking Dead – Season 2 – All that Remains

„Gott wird alle Tränen abwischen. Es wird keinen Tod mehr geben und keine Traurigkeit, keine Klage und keine Quälerei mehr. Was einmal war, ist für immer vorbei.“

– Neues Testament: Offenbarung des Johannes

Mit „All that remains“ veröffentlicht Telltale Games die erste, lang ersehnte Episode des Nachfolgers des preisgekrönten Spiel 2012, „The Walking Dead“, mit welchem dem Studio ein echter Überraschungshit gelang.

TWD - S2Spielt man im ersten Teil noch Lee Everett, einen verurteilten Mörder, der sich in den Wirrungen der Zombie Apokalypse des kleinen Mädchens Clementine annimmt, so übernimmt man nach den tragischen Ereignissen des Vorgängers die Rolle von Clementine selbst.
Anmerkung: Hat man noch Savegames vom ersten Teil auf der Festplatte, können dort getroffene Entscheidungen Auswirkungen auf den aktuellen Spielverlauf haben.

Nur wenige Monate sind in der Zwischenzeit vergangen und Clementine muss sich alleine durch die feindliche Welt schlagen, auf der Suche nach Schutz, Hilfe und menschlicher Gegenwart. Doch wem kann man trauen? Welche Schattenseiten und Geheimnisse tragen die Überlebenden mit sich, folgen ihren eigenen Motiven und Interessen und wie kann sich ein kleines Mädchen, wenngleich merklich reifer als im Vorgänger, in solch einer Welt behaupten.

Aus Technischer Sicht hat sich im Vergleich nicht viel getan, die Comicgrafik ist grundlegend gleich geblieben auch wen einige Verbesserungen in die Engine eingeflossen sind. So sind die immer wieder auftretenden Quick Time Events merklich dynamischer, da nicht mehr nur hektisches Drücken einzelner Tasten zur Steuerung verwendet werden, sondern auch durch das Drücken der entsprechenden Tasten zum Beispiel nach Links oder Rechts ausgewichen werden kann.
AußergewöhnlicTWD - S2h ist die Mimik der einzelnen Charakter welche es ermöglicht die einzelnen Gefühlsregungen (Angst, Hass, Verzweiflung, Freude) direkt zu erkennen und dadurch sicher zur einzigartigen Stimmung des Spiels beiträgt.

Die große Stärke des Spiels ist eindeutig die erzählerische Inszenierung, die zum Teil echt harten Handlungsspins und der Zeitdruck bei fast allen Entscheidungen, die man im Spiel treffen muss. Dadurch gelingt es den Spieler direkt im Magen zu treffen und oft mit einem verzweifelten Gefühl und einem „Wtf“ auf den Lippen zurück zu lassen.

Nach einer Spielzeit von knapp 90 Minuten kann man nur den Monitor anstarren, mit den Zähnen knirschen und sich verzweifelt fragen, ob alle Entscheidungen die richtigen waren, ob man selbst gleich handeln würde.

Fazit:

#IAmClementineGroßartig Inszeniert, intensiv von der ersten Sekunde an mit hervorragenden Synchronsprechern (Spiel ist aktuell nur auf English mit englischem Untertitel erhältlich, welches aber sehr gut verständlich ist) und Musikuntermalung.
Ich hoffe Telltale schafft es mit den nachfolgenden 4 Episoden, die im Abstand von 1 – 2 Monaten erscheinen sollen, das hohe Niveau der ersten Episode zu halten bzw. zu steigern.

Für alle Fans von grandios erzählten Geschichten eine klare Kaufempfehlung.

Wertung: 9 von 10 Zombiedaumen

Offizieller Trailer zu The Walking Dead – Season 2

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Project Home Cinema: Teil 1 – Raspberry Pi mit OpenELEC

Wie schon in diesem Beitrag angekündigt, möchte ich hier eine Beschreibung zur Verfügung stellen, wie mit kleinen Mitteln ein vollwertiger HTPC auf Basis von XBMC (in diesem Fall Open ELEC) zusammen gestellt werden kann.

Folgende Komponenten wurden verwendet:

Raspberry Pi (Model B)WICHTIG: Dieses Setup funktioniert nur mit einem Raspberry Pi Model B (mit 512 MB Ram). Die ältere Version besitzt einerseits keinen eigenen LAN Anschluss und ist auf der anderen Seite mit nur 256 MB Ram etwas schmalbrüstig bestückt.

Setup Raspberry Pi:

Der Zusammenbau des Mini-PCs geht relativ einfach von der Hand, da keine Schrauben oder sonstiges Equipment verwendet werden muss um alles zusammen zu setzen.

  1. Der Raspberry Pi muss vorsichtig in das Plexiglas Gehäuse gesetzt werden. Die Abdeckung muss ohne Problem und ohne größere Gewaltanwendung in die vorgesehenen Einsparungen passen.
  2. Das HDMI Kabel wird direkt mit dem Fernseher (oder einem anderen passenden Anzeigegerät) verbunden.
  3. Das LAN Kabel muss mit dem LAN verbunden werden. Da ich keinen HUB zu Hause verwende, habe ich alles gleich direkt mit meinem Router verbunden.
  4. Die SD Karte und der USB Stick werden noch nicht verbaut, da diese Komponenten noch für das Setup von OpenELEC verwendet werden.
  5. Das Micro-USB Ladekabel kann schon angeschlossen werden, allerdings bringt es zu diesem Zeitpunkt noch wenig, dem Raspberry Pi Energie zu gönnen, da das eigentliche Betriebssystem noch fehlt.

Das ganze sieht dann in etwa so aus:

Platzhalter für Foto

Setup OpenELEC:

Was wird benötigt?

Folgende Schritte müssen nun ausgeführt werden, um OpenELEC auf dem Raspberry Pi zu installieren. Diese Anleitung richtet sich speziell an Windows Anwender:

  1. SD Karte und USB Stick müssen am PC angesteckt sein
  2. Installiert und startet das Programm Partition Wizard und konfiguriert die SD Karte und den USB Stick wie folgt:
    SD Karte: Erstellt eine FAT32, PRIMARY, ACTIVE Partition mit mindestens 150 MB (es kann ohne Probleme auch der ganze Speicher verwendet werden) mit der Bezeichnung „System
    USB Stick: Erstellt eine EXT4, PRIMARY Partition (am besten mit dem gesamten, verfügbaren Speicherplatz) mit der Bezeichnung „Storage
  3. Die zuvor heruntergeladene OpenELEC Installation muss entpackt werden (Winzip, Winrar, 7zip, …)
  4. Nun müssen die Daten mittels einer DOS Box (Start -> Ausführen -> cmd -> ok) auf die SD Karte kopiert werden. Dazu müssen die folgenden Befehle in der DOS Box ausgeführt werden (Achtung: Laufwerk G: wurde in meiner Umgebung verwendet. Gegebenenfalls muss hier der Laufwerksbuchstabe angepasst werden)
    copy target\KERNEL g:\kernel.img
    copy target\SYSTEM g:\
    copy 3rdparty\bootloader\*.* g:\
    copy openelec.ico g:\
    copy README.md g:
  5. Die Datei „g:\cmdline.txt“ muss nun editiert werden. Dazu kann diese mit einem normalen Text-Editor geöffnet werden.
    Folgende Zeile muss hinzugefügt werden:

    boot=/dev/mmcblk0p1 disk=/dev/sda1 console=ttyAMA0,115200 kgdboc=ttyAMA0,115200 console=tty1 ssh
  6. Nun kann die SD Karte und der USB Stick mit dem Raspberry Pi verbunden werden.
  7. Wurden alle Schritte korrekt durchgeführt, kann nun der Raspberry Pi mit dem USB Ladekabel verbunden und gestartet werden.
  8. Es macht Sinn, gerade beim ersten Start noch eine USB Tastatur anzuschließen um das Initialsetup am Fernseher bedienen zu können. Moderne Fernseher sollten bereits CEC können, wodurch die Fernseher Fernbedienung anstelle der Tastatur verwendet werden kann.
  9. Voila… OpenELEC sollte nun auf dem Raspberry Pi laufen.
  10. Eventuell muss noch das Netzwerk entsprechend konfiguriert werden, wenn z.B. kein DHCP Server im Netzwerk verfügbar ist, bzw. eine dynamische IP Adresse keine Option darstellt.
    Ich habe das einfach mit einer DHCP Reservierung am Router gelöst.

openelec_01

Auf der offiziellen OpenELEC Seite findet sich noch ein Eintrag zur Konfiguration der Zeit am Raspberry Pi. Der Vollständigkeit halber schreibe ich das hier auch nieder, auch wenn meine Installation direkt über das Netzwerk schon alles automatisch konfiguriert hatte.

  1. Mittels SSH muss eine Verbindung zu OpenELEC hergestellt werden (User: root; Passwort: openelec).
  2. Folgender Befehl muss ausgeführt werden:
    vi /storage/.config/autostart.sh
  3. Fügt nachfolgende Zeilen am Ende der Datei hinzu:
    #!/bin/sh
    (sleep 30; \
    /usr/sbin/ntpdate pool.ntp.org; \
    )&
  4. Der vi Editor kann mit der Taste  [ESC] und dem Befehl „:wq“ (Erscheint ganzen Unten im Editor) gespeichert und beendet werden.
  5. Zum Abschluss noch folgendes durchführen und danach den Raspberry Pi neu starten
    chmod +x /storage/.config/autostart.sh

Nun haben wir einen vollwertigen HTPC um Einkaufspreis von ca. 65 €  auf Basis von OpenELEC zur Verfügung. Natürlich fehlt noch die Anbindung der Mediathek um Filme, Serien oder Musik wiedergeben zu können.

OpenELEC

Auch muss klar gesagt werden: Die Performance von dem Gerät kommt sicherlich nicht an einem klassischen HTPC ran. Kann man jedoch mit kurzen Wartezeiten beim Menüwechsel leben (erster Aufruf der Filmübersicht dauert ca. 7 Sekunden, danach gehts deutlich schneller) ist es für diesen Preis ein unschlagbares, feinesTeil und kann, wenn man sich entscheiden sollte, doch in einen vollwertigen HTPC zu investieren, für zahllose andere kleine Spielereien verwendet werden.

Bei der Videowiedergabe konnte ich bis jetzt keine Ruckler oder andere Probleme feststellen (auch 1080p Titel).

Ich bin mit diesem Setup eigentlich sehr, sehr zufrieden.

Comming Soon: Project Home Cinema: Teil 2 – Mediathek & OpenELEC Optimierung

Copyright des verwendeten Home Cinema Bildes: Rainer Sturm  / Pixelio.de

20 Jahre Doom – Der Anfang vom Ende

Vor genau 20 Jahren, am 10. Dezember 1993, wurde die Urmutter aller moderner 3D-Shooter (lassen wir Wolfenstein 3D mal vorweg :)) von der texanischen Spieleschmiede  „id Software“ veröffentlicht und revolutionierte damit zugleich die ganze (bis dato relativ kleine) Game-Branche.

Doom
Entwickler id Software
Publisher Cdv Software Entertainment,Pearl Agency
Erstveröffent-lichung 10. Dezember 1993
Plattform(en) 3DO, Apple Macintosh, Atari Jaguar, Game Boy Advance, IBM-PC-kompatible (Linux, Microsoft Windows 95, MS-DOS, Nintendo DS, Nintendo 64, QNX), IRIX,NeXTStep, PlayStation, Sega 32X, Sega Saturn, Solaris, Super Nintendo Entertainment System,Xbox, Xbox 360 und Source-Portsfür weitere Plattformen
Genre(s) Ego-Shooter
Thematik Science-Fiction
Spielmodi Einzelspieler, Mehrspieler
Steuerung Tastatur
Systemminima DOS: Intel 386 oder vergleichbarer Prozessor, 4 MBRAM, VGA-Grafik, Sound Blaster Pro™ oder vergleichbareSoundkarte (alternativ kann auch der Systemlautsprecher genutzt werden)
Medien CD-ROM, ursprünglich 3,5″-Diskette, Download

Durch die moderne Darstellungstechnik (3D Räume, mehrere Ebenen) sowie dank des Shareware-Vertriebsmodell (bei dem die meisten ‚Käufer‘ nichts bezahlten) der ersten Episode konnte sich das Spiel innerhalb kürzester Zeit mehr als eine Million mal verbreiten. Der legendäre Mastermind John Carmack ist noch heute für einige der meist eingesetzten Game-Engines verantwortlich und widmet sich seit August 2013 als Technik Chef der Entwicklung des VR-Headsets Oculus Rift.

Durch seine explizite Gewaltdarstellung war Doom bis 2011 in Deutschland auf dem Index für jugendgefährdende Medien (in Österreich bis 2005) und wurde auch sonst gerne in der bis jetzt andauernden Diskussion über Killerspiele als „Paradebeispiel“ genommen, wenn es darum ging, ein Videospiel dafür verantwortlich zu machen, wo Gesellschaft / Erziehung / etc. versagte.
So zog man als namenloser Marine mit Kettensäge, Schrotflinte oder Plasmakanone gegen Heerscharen vom Dämonen, die nach einem fehlgeschlagenem Experiment auf den Mars Monden durch ein Tor zur Hölle entwichen, und metzelte diese (aus damaliger Sicht) sehr detailliert nieder.  Vergleicht man den Grat der Gewaltdarstellung mit aktuellen Titeln wie Call of Duty, The Last of Us, Dead Island, … kann man heute nur müde schmunzeln.

Damals sorgten jedoch der unheimliche Midi-Soundtrack (Komponiert von Bobby Prince) und die beklemmende Atmosphäre für gehörige Gänsehaut.

Dieses Spiel ist wohl auch für meine spätere Berufswahl zum IT Menschen verantwortlich, begann ich mich zu diesem Zeitpunkt auch mit MS-DOS und Speicheroptimierung (HIGHMEM, LOWMEM, etc.) zu beschäftigen und meinen ersten PC zusammen zu stellen. Auch war dieses Spiel der Grund für das erste, selbst aufgebaute BNC LAN, da auch ein Mutliplayer-Modus für bis zu 4 Spieler geboten wurde.

Doom prägte eine ganze Generation an Spielern, machte 3D Shooter populär und schuf die Basis für kommende Spiele wie Quake, Unreal, Crysis, … und sorgte dafür das das ein neues, popkulturelles Genre geschaffen wurde.
2005 veröffentlichte Andrzej Bartkowiak  den Film Doom, welcher jedoch von den Kritiken eher bescheiden besprochen wurde und grundlegend die Handlung des Spiels wiedergab.

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Doom 4 befindet sich zur Zeit in Entwicklung.

Diablo 3 – Der Aufstieg des Bösen

12 Jahre sind vergangen, seitdem Diablo 2 erschienen ist.
Lange musste sich die Community gedulden, bis vor ca. 4 Jahren die Ankündigung von Blizzard veröffentlicht wurde, dass sich Diablo 3 in Entwicklung befindet.
Am 15. Mai 2012 war es soweit. Die Pforte zur Hölle wurde erneut aufgestoßen und wagemutige Helden aus der ganzen Welt machten sich auf, die Heerscharen des Bösen zu vernichten.

Klar, die Erwartungen in Diablo 3 waren und sind groß, erhofften sich doch jeder eine fulminante Fortsetzung der ersten beiden Teile. Und genau das ist Blizzard mit Bravour gelungen. Eine konsequente Neuauflage eines bekannten Spielprinzips: Massenhaft Monster metzeln, Gold sammeln und bei jedem Monsterpack auf bessere Ausrüstung hoffen.

Knapp 2 Monate sind seitdem vergangen und ich konnte doch ein paar Stunden in der Welt von Sanktuario verbringen um meine Eindrücke hier nieder zu schreiben.

Allgemein:

Das einfache Spielprinzip von Diablo 3, kurz Hack’n’Slay genannt, ist relativ schnell erklärt und setzt sich konsequent durch den ganzen Spielverlauf durch. Man mäht mit einem Helden durch zahllose Monsterhorden, sammelt Gold und Ausrüstung um noch größere und schwerere Monsterhorden zu vernichten. Und genau dieses einfache Spielprinzip ist es, welches Diablo ausmachte und noch immer ausmacht. Stetig kämpft man sich weiter, von Akt zu Akt, von Schwierigkeitsgrad zu Schwierigkeitsgrad.

Zu Beginn des Abenteuers, welches durch den Niedergang eines Meteoriten eingeläutet wird, hat man die Qual der Wahl aus fünf verschiedenen Klassen, seinen Helden auszuwählen (Diablo 3 bietet keine Anpassung des Aussehens an, einzig zwischen Männlich und Weiblich kann gewählt werden). Barbar, Dämonenjäger, Mönch, Hexendoktor und Zauberer stehen zur Verfügung. Jeder der Klassen unterscheidet sich grundlegend von den anderen: Barbar und Mönch sind zähe Nahkämpfer, die mit wuchtigen Schlagkombinationen direkt am Feind stehen, während der Dämonenjäger, die Zauberin und der Hexendoktor aus sicherer Entfernung die Feinde mit Pfeilhagel, Kettenblitzen und untoten Kreaturen bekämpft. (Ich habe bis jetzt ca. 140 Stunden mit meinem Mönch verbracht, die anderen Klassen zwar alle angespielt, jedoch noch nicht so weit gebracht. Daher beziehen sich ein Großteil meiner Erfahrungen auf das Spiel mit dem Mönch.)

Im Laufe des Spiels stoßen drei Begleiter zum Helden hinzu und unterstützen diesen fortwährend bei dessen Kampf. Der Templer, ein Nahkämpfer und ‚Tank‘, der Schurke, ein klassischer Fernkämpfer, sowie die Verzauberin, die den Charakter mit verschiedenen Buffs (Verbesserungen) und magischen Geschoßen unterstützt. Auch die Begleiter können mit Ausrüstungsgegenständen verbessert werden und bekommen bei jedem 5. Stufenanstieg zwei Fertigkeiten hinzu, aus welchen man eine auswählen muss (es ist jederzeit möglich, die Skillung zu verändern).

Neben dem klassischen Sammeln von Ausrüstungsgegenständen durch das Töten von Monstern, hat der Spieler die Möglichkeit, die Berufsfertigkeit des Schmiedes und des Juwelenschleifers, welche sich im Laufe des Spiels ebenfalls dem Helden anschließen, zu verbessern um sich selbst bessere Ausrüstung herstellen zu können. Gerade der Juwelier wird im späteren Spielverlauf ein häufiger Anlaufpunkt, denn über geschliffene Smaragde, Rubine, Topase und Opale hat man die Möglichkeit, seine Ausrüstung ordentlich aufzuwerten bzw. anzupassen, sorgt doch zum Beispiel ein gut geschliffener Smaragd für einen deutlichen Geschicklichkeitssprung (das Basisattribut des Mönchs), wenn er in ein geeignetes (ein sogenannter Sockel muss vorhanden sein) Ausrüstungsstück ‚geschliffen‘ wird.

Auch grafisch ist das Spiel sehr gelungen. Klar, es mag auf den ersten Blick nicht aktuell wirken (es gibt ganz klar Spiele, die die aktuelle Technik besser ausnutzen, aber Blizzard hat bis jetzt noch nie Spiele veröffentlicht, die nur auf einem High-End-Rechner laufen), und trotzdem sind es die Details, die die Spielwelt greifbar und plastisch erscheinen lassen. Der eigentümliche Aquarellstil trägt noch einmal dazu bei und bietet dem entdeckungsfreudigen Auge viel zu erforschen.

Auch die ‚quasi‘ 3D-Perspektive ermöglicht es, oft spannende Details zu entdecken. Sei es, wenn man sich in Akt I gerade über das Hochland gekämpft hat und weit unten im Tal auf einmal die Kathedrale erkennen kann, oder wenn man in Akt III über die hohen Mauern der Bastion läuft und unter sich eine wahnsinnige Schlacht erkennen kann. Es fühlt sich rund an.

Sämtliche Texte des Spiels wurden liebevoll synchronisiert und vertont und bieten immer wieder Platz für einen kleinen Schmunzler. Gerade die Geschichte zwischen dem Templer und der Verzauberin sorgte zumindest bei mir, immer wieder für ein breites Grinsen, während mein Mönch durch die Hallen der Agonie geklickt wird.

Neben den klassischen Monsterscharen gibt es noch sogenannte Champignon-Gruppen (3-4 Gegner mit verschiedenen Eigenschaften, abhängig vom aktuellen Schwierigkeitsgrad. Normal = 1, Albtraum = 2, Hölle = 3, Inferno = 4), sowie selten Monster und ‚Named‘ Monster (kleine Bosse mit Dienern) die meist bessere Ausrüstung fallen lassen. Erreicht man irgendwann die Maximalstufe 60, bekommt man für das Besiegen dieser Gegnergruppen den bis zu fünfmal stapelbaren Nephalem-Bonus, der den Gold- und Magiefundbonus erhöht. Dadurch ist es möglich, schneller bessere Ausrüstung zu finden.
Gerade ab dem Schwierigkeitsgrad Inferno ein sehr wichtiges Spielelement.

Release-Probleme:

Die ersten 2 Wochen nach dem Spielrelease waren für Blizzard nicht die besten. Der enorme Ansturm an Spielern weltweit sorgte für größere Probleme als der Konzern erwartet hatte. Am ersten Tag war es schier unmöglich sich im Spiel anzumelden. Wenn man bedenkt, das geschätzte 4-5 Millionen Exemplare des Spiels verkauft wurden, könnte man argumentieren, das sich Blizzard besser auf einen solchen Ansturm vorbereiten hätte können. Doch wie genau die Maschine Blizzard in diesen Belangen funktioniert weiß keiner wirklich.

In diesen ersten Wochen konnte man im offiziellen Diablo 3 Foren viele, viele Beiträge lesen, in welchen die Spieler ihren Unmut darüber äußerten, dass sie sich nicht im Spiel anmelden könnten, das es immer wieder zu Unterbrechungen kam, und so weiter und so fort. Einen Frust, den ich auch hin und wieder zu spüren bekommen habe, als ich mich in den ersten Wochen noch am Abend anzumelden versuchte und über 2 Stunden nur den Error 37 zu sehen bekam.

Doch mittlerweile läuft das Spiel sehr stabil, ich kann mich an keinen Abend oder Tag erinnern, an dem es dann noch zu Problemen gekommen ist. Auch hier hat sich mal wieder das Sprichwort bewahrheitet: Gut Ding braucht Weile.

Sammelwut:

Das Sammeln und Finden von Ausrüstungsgegenständen, welche die eigenen Charakterwerte (Stärke, Geschicklichkeit, Intelligenz und Vitalität, Rüstung und Angriffskraft) verbessern und so das Überleben im nächsten Akt gewährleisten, ist der Kern des Spiels. Es gibt immer etwas Besseres zu finden, ein Schwert, das noch schärfer als das vorherige ist, ein Schild, das es dem Charakter ermöglicht, länger in einem Kampf zu überleben, ein Amulett, das die Lebensregeneration erhöht und unzählige Dinge mehr.

Es macht Spaß, seine Gegenstände zu vergleichen, herumzutüfteln, welcher Ring nun besser zur eigenen Spielweise passt oder mit welchen Defensiveren man diesen und jenen Bosskampf überleben kann. Und wenn man das Gefühl hat… es geht schon ein bisschen leichter, nachdem man die, bis jetzt, ultimative Rüstung gefunden hat… In dem Wissen, das es noch bessere gibt.

An dieser Stelle muss klar gesagt werden: Das Finden der richtigen Gegenstände hat nichts mit dem Gegner zu tun, den man gerade besiegt hat. Nein, es ist eine reine Glückssache. So können schon mal ein paar Stunden vergehen, bis man ein besseres Schulterstück gefunden hat, oder seine Verteidigungswerte noch ein bisschen verbessern kann. Gerade auf dem letzten Schwierigkeitsgrad (Inferno) ist die richtige Ausrüstung ein und alles.

Mit dem aktuellen Patch (1.0.3) wurde ein bisschen an der ‚Loot‘-Tabelle gedreht, so dass es nun möglich ist, auch höherwertige Ausrüstung zu finden um im Fortschritt weiter zu kommen.
Neben dem Töten von Monstern, steht dem geneigten Spieler noch ein Auktionshaus zur Verfügung. Hier kann man für das, von Gegnern erbeutete, Gold (es gibt auch ein € Auktionshaus, wo für Echtgeld Gegegstände gekauft und verkauft werden können) bessere Ausrüstung kaufen und auch selbst Gegenstände, die man gefunden hat, aber selbst nicht benötigt, verkaufen. Im Augenblick ist es leider noch so, das für manche Gegenstände Unsummen verlangt werden, allerdings vermute ich, das sich das mit der Zeit einspielen wird. Angebot und Nachfrage halt.

Das Auktionshaus wurde von vielen Spielern scharf kritisiert, man warf Blizzard vor, mit dem € Auktionshaus Geld verdienen zu wollen, bzw. das Diablo 3 nur um das Auktionshaus herum aufgebaut wurde. Einen Vorwurf den ich persönlich ‚noch‘ nicht nachvollziehen kann (und No Na, klar will Blizzard mit dem Spiel auch neben dem Verkauf selbst noch Geld verdienen. Ist ja keine gemeinnützige Organisation)
Mittlerweile komme ich mit meinem Mönch in Akt I Inferno relativ gut zurecht. Ich habe immer wieder für ein bisschen Gold Ausrüstung anpassen können und optimieren können und ich vermute, dass das auch im weiteren Spielverlauf (immerhin wollen noch drei Akte auf der höchsten Schwierigkeitsstufe geschafft werden) so sein wird (vermutlich wird es teurer werden, aber okay ?).

Bis jetzt sah ich mich noch nicht gezwungen, irgendwelche Top Items für Euros zu kaufen (was ich auch sicher nicht machen werde) sondern konnte durch das Finden von Gegenständen und gezielte Auktionshauseinkäufe den Charakter stetig verbessern. Und das macht Spaß. Und ich sage auch klar: Ich bin froh, dass ich nach 140 Stunden noch LANGE nicht komplett durch bin, sondern vermutlich noch viel Stunden mit Gold und Ausrüstung sammeln und anpassen verbringen werde. Die Langzeitmotivation ist vorhanden.

Online-Zwang

Diablo 3 kann nur online gespielt werden, sprich man benötigt eine permanente Internetverbindung zum Spielen.
Der Grund dafür ist klar: Nur so kann verhindert werden, das durch Cheats und Hacks das Spielerlebnis verändert wird. Da Charakterdaten und Berechnungen bei Kämpfen direkt auf den Servern von Blizzard liegen, ist es schwerer, sich durch irgendwelche Mechanismen einen Vorteil zu verschaffen.

Nachdem die anfänglichen Verbindungsprobleme und die Stabilität der Server verbessert wurden, besteht in meinen Augen auch keine Notwendigkeit einen Offline-Modus, wie von vielen gefordert, in das Spiel zu integrieren. Denn, einer der Vorteile des permanenten Online-Modus ist klar der:

Multiplayer-Modus:

Man hat zu jedem Augenblick (außer bei bestimmten Bosskämpfen) die Möglichkeit das Spiel in ein öffentliches Spiel umzuwandeln um so gemeinsam mit anderen Spielern durch die Dungeons und Katakomben zu streifen, oder mit einem Klick einer bestehenden Partie eines Freundes beizutreten um diesen zu Unterstützen.
So können sich Gruppen von bis zu vier Spielern bilden, die sich gemeinsam den Herausforderungen stellen, die Diablo zu bieten hat. Da mit der Anzahl der Spieler auch die Macht der Gegner steigt, ist es hin und wieder notwendig, das man seine Strategien aufeinander abstimmt, denn so mach eine Champignon-Gruppe hat die Heldengruppe in wenigen Sekunden vernichtet. So findet man sich gerne in einem Sprachchat (Teamspeak meistens) zusammen um sich so abzustimmen.
Anders als in den früheren Diablo Teilen ist es nicht mehr notwendig, als erster bei der Beute zu stehen um diese zu ergattern. Jeder Spieler sieht nun nur noch seine eigene Beute, es ist also nicht mehr notwendig, dass sich zwei Freunde den Schädel einschlagen, weil der eine dem anderen einen Gegenstand vor der Nase weggeschnappt hat. Genauso verhält es sich auch mit dem Gold das die Spieler finden.

Fazit:

Blizzard hat fast alles richtig gemacht.
Das Spielprinzip wurde kaum verändert, einige Verbesserungen gegenüber Diablo 2 haben ihren Weg in das fertige Spiel gefunden (Loot-Verteilung, Stadtportal, Identifizieren von Gegenständen, Accountübergreifende Beutekiste, etc.). Das Spiel ist, jetzt nach 180 Stunden Spielzeit noch immer fesselnd und herausfordernd. Gerade die Infernoschwierigkeit ist sehr fordernd und wird wohl noch einige Stunden an den PC fesseln.

Auch das Ausprobieren neuer Klassen macht Lust und Laune, spielt sich doch jede Klasse anders und doch Rund. Auch die kleinen Gimmiks, die im ganzen Spiel zu finden sind (Development Hell, Kuh-Level, etc.) sorgen immer wieder für ein breites Grinsen im Gesicht…

Diablo 3 macht sehr viel Spaß und die Langzeit-Motivation ist vorhanden.

Wertung: 8 von 10 Minidiablos

Schwarz (Stephen King)

Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste, und der Revolvermann folgte ihm

Mit diesen Worten beginnt Stephen King vor gut 30 Jahren (82) seine epische Fantasy-Serie „Der Dunkle Turm“, die knapp 25 Jahre und 7 Bücher später (2004) fertig gestellt werden sollte.

Ich möchte in diesem Artikel ein bisschen auf den ersten Teil „Schwarz“ eingehen, der mir damals (95 herum?) eine ganz andere Welt in Kings Phantasie vorführte und in die ich mich, bis zum heutigen Tag fast schon verliebt habe.

Stephen King, weltweit wohl bekannt als Meister des Horrors, dessen Bücher eine Auflage von  über 100 Millionen erreicht haben. Zahlreiche Bücher wurden bis heute schon verfilmt, darunter Meisterwerke wie „The Green Mile“ und „The Stand“. Stephen King bezeichnet die „Dunkle Turm“ – Serie selbst als sein wichtigstes Werk, finden sich doch zahllose Verknüpfungen zu anderen, von King, erdachten Welten.

Zusammenfassung:

Roland, der letzte Revolvermann einer Welt, die sich weiter gedreht hat, ist auf der Suche nach dem sagenumwobenen Dunklen Turm, der das Zentrum aller Universen, der Existenz, bilden soll. Durch den Turm, erhofft sich der Revolvermann, seine sterbende Welt retten zu können.
Dabei verfolgt er, fast schon sein ganzes Leben lang, den Mann in Schwarz, einem mysteriösen Magier der ihm auf seinem Weg zum Turm helfen soll.
Auf diesem Weg kommt er in das Städtchen Tull, wo der Mann in Schwarz eine Falle, in Form der fanatischen Sylvia Pittston, für den Revolvermann vorbereitet hat. Diese Konfrontation führt dazu, dass der Revolvermann (dank seiner jahrelangen Ausbildung) alle Bewohner des Ortes tötet und dem Mann in Schwarz in die Wüste folgt.

Irgendwann, schon am Ende seiner Kräfte und ohne Wasser erreicht der Revolvermann eine verlassene Raststätte wo er den Jungen Jake trifft und einen sprechenden Dämon. Der Revolvermann hypnotisiert Jake und erfährt so, dass der Junge in einer Stadt namens New York vom Mann in Schwarz vor ein Auto gestoßen und getötet wurde und hier aufgewacht ist. Roland beschließt Jake mit sich zu nehmen und so folgen sie gemeinsam den Mann in Schwarz.

Als sie den Fuß eines Gebirges erreichen, begegnen die Beiden einem Orakel, einem Sukkubus, welches Roland eine Prophezeiung, die den Jungen und seinen weiteren Weg zum Dunklen Turm betrifft, offenbart und Roland vor eine schwere Entscheidung stellt.
So folgen die Beiden, Roland schweren Herzens, weiter dem Pfad des Mann in Schwarz. Sie erreichen ein altes Tunnelsystem, das sie tief in und durch den Berg führt. In der dort herrschenden Dunkelheit werden sie von Langsamen Mutanten angegriffen. Auf ihrer Flucht stürzt Jake in einen Abgrund und Roland muss sich, den Mann in Schwarz zum Greifen nah, zwischen dem Jungen und seiner Suche entscheiden. Roland entscheidet sich für den Turm und lässt Jake in die Tiefe stürzten.

Dann geh, es  gibt andere Welten als diese„, sind die letzten Worte Jakes.

Als der Revolvermann den Mann in Schwarz erreicht, führt ihn dieser aus dem Tunnelsystem ins Freie. Sie begeben sich an eine Stätte der Weissagung, ein altes Skelettfeld, wo der Mann in Schwarz Roland das Tarot legt. Daraufhin will Roland den Mann in Schwarz angreifen, doch dieser versetzt ihn mittels Magie in Schlaf. In den Träumen erlebt er eine irrwitzige Vision und erwacht 10 Jahre später am Ufer des Westlichen Meeres.

Ich habe bewusst einige Schlüsseldetails nicht erwähnt, um nicht die Spannung komplett zu verderben 🙂

Meinung:

„Schwarz“ wurde vor ca. 30 Jahren geschrieben. Entsprechend mag der Stil des Buches etwas umständlicher zu lesen sein, als die neueren Bücher von Stephen King, bei welchen man einfach die Erfahrung und auch Routine des Schreiberlings erkennen kann. Allerdings empfinge ich persönlich „Schwarz“ als eines der besten Bücher Kings (wohlgemerkt die erste Fassung des Buches, nicht die Überarbeitete) überhaupt. Ich habe selten ein poetischeres, vom schriftstellerischen Handwerk so spannend konstruiertes, fantastisches Buch gelesen, das mich schon nach der ersten Zeile in den Bann gezogen. Eine gewisse Romantik schimmert durch die komplette Geschichte hindurch, das Seufzen einer sich veränderten, sterbenden Welt.

Für mich ist dieses Buch der Beginn einer fantastischen Reise, die fast 10 Jahre (bis der letzte Band veröffentlicht wurde) gedauert hat. Und noch immer andauert.

Wertung: 8 von 10 dunklen Türmen

Schwarz – Der Dunkle Turm 1 auf Amazon

Illuminatus! (Robert Shea; Robert Anton Wilson)

Mit zarten 16 Jahren (+ – ein paar Jährchen) bin ich beim Stöbern im Büchermarkt meines Vertrauens durch Zufall über den ersten Teil von Robert Sheas und Robert A. Wilsons Romanserie „Illuminatus!“ gestolpert. Schon alleine der Einband hat es mir angetan mit all seiner Symbolik und seinem poppigen Elementen. Ich gestehe es auch ganz ehrlich. Die Illuminaten waren mir zu diesem Zeitpunkt kein Fremdwort und Verschwörungstheorien fand (finde) ich ziemlich spannend. Klappentext gelesen, Bücher gekauft und… HÖLLE JAAAAA!!! Mindfuck pur! Illuminatus! (Robert Shea; Robert Anton Wilson) weiterlesen

H.P. Lovecrafts – Die Saat des Bösen

H.P. Lovecrafts – Die Saat des Bösen

Seit Jahren bin ich ein Fan der Geschichten von H.P. Lovecraft, die fast immer von etwas Bösen, außerhalb des menschlichen Verständnisses, erzählen.
Die mittlerweile fast 100 Jahre alten Erzählungen schaffen es noch heute, seinen Lesern ihr eigenes Bild von dem körperlosen Grauen zeichnen zu lassen, die immer das Nemesis seiner Charaktere sind.  Die lovecraftschen Kreaturen und Götter wie Cthulhu, Yog-Sothoth, Tsathoggua, Azathoth und Nyarlathotep in ihrer uralten Bösartigkeit, die den in den Tiefen unseres Kosmos hausen, fesseln von der ersten Seite die Fantasie des Lesers.

Ivan Zuccon (Bad Brain, …) hat sich nun an einer Verfilmung gewagt, die ich selbst als eines der besten Werke Lovecrafts bezeichnen würde. Die Farben aus dem All. Zwar muss man sagen, das Zuccon hier dem geneigten Zuschauer seine eigene Interpretation präsentiert, aber das Grundthema ist deutlich zu erkennen. “Die Saat des Bösen”

Kurz Zusammengefasst:
In Italien des Jahres 1943 lebt der Bauer Piedro mit seiner Frau Alice und deren jüngeren, stummen Schwester auf einem kleinen Bauernhof, relativ unberührt von den Wirren des 2. Weltkrieges. Eines Nachts erstrahlt aus dem Brunnen des Hauses ein blaues Licht, bald darauf beginnt das Gemüse auf den Feldern Piedros unnatürlich groß zu werden und ein zunehmend geistiger Verfall setzt bei der Familie ein. Speziell Alice leidet unter der dämonischen Kraft, die sie mehr und mehr unter Kontrolle nimmt.

Eines sei gesagt: Zwar merkt man dem Film hin und wieder das kleine Budget an, trotzdem oder gerade deswegen entsteht von Anfang an eine feuchte, beklemmende Spannung. Auch wenn der Film gegen Ende hin einige Splatter Elemente beinhaltet, handelt es sich doch um einen gekonnten, subtilen, fesselnden Ökohorror-Film, den ich jedem, der etwas für dieses Genre übrig hat, nur empfehlen kann.

Wertung: 7 von 10 blutrünstige Tomaten

Wissenswertes:

H.P. Lovecrafts  – Die Saat des Bösen auf Amazon

Braunschlag

Es gibt Ihn, den österreichischen Film, bzw. die österreichische Serie. Kaisermühlen Blues, die Piefke Saga, Kottan ermittelt, Aufschneider, die Polt-Trilogie oder auch die Brenner-Verfilmungen, nur um einige zu nennen. All diese Filme und Serien sprechen einen Aspekt der österreichischen schwarzen Seele an, treiben ihn zum Teil ins Absurde, Unmenschliche und Groteske. Es ist das Morbide, das Irrwitzige, das für mich bestimmte kinematografische Elemente dieser Filmgattung ausmachen. Die österreichischen Abgründe mit all ihrer Menschlichkeit, ihrer Sehnsucht, ihrem Versuch, ihrem Streben auszubrechen.

Und jetzt gibt es Braunschlag.

Manchmal braucht man eben ein Wunder.
In Braunschlag, im nördlichen Teil von Niederösterreich, nahe der tschechischen Grenze ist das Geld knapp geworden. Misswirtschaft und Veruntreuung  rund um Touristenattraktionen wie den regionalen UFO-Landeplatz, ein russisches Casino in Tschechien oder Karpfensushi zwingen Bürgermeister Gerri Tschach und dessen besten Freund Richard Pfeisinger, Besitzer der Dorfdisco Lametta, zu neuen Geschäftsideen um die marode Gemeindekasse wieder aufzufüllen. Was würde da besser passen, als eine Marienerscheinung um wieder Heerscharen an Touristen in das verschlafene Örtchen zu locken?

So beginnt eine wahnwitzige Achterfahrt rund um Bürgermeister Tschach, dessen Frau die aus der Einsamkeit ihrer Ehe ausbrechen will, dem Reinhard Matuschek der die Maria mit Außerirdischen verwechselt und der Dorfpomeranze Elfi, die Schwanger von ihrem unfruchtbaren Mann Pfeisinger sein will, während dieser dauer besoffen durch die Landschaft taumelt. So kommt es, wo man doch gerade bei Wundern ist, auch nicht schlecht, dass sich der alte Matuschek von seinem Totenbett erhebt, nachdem ihm 2 Meerschweinchen auf die Brust gelegt wurden. So ist es nicht verwunderlich, dass, nach all der Aufregung in dem sonst so ruhigen Örtchen, auch der Vatikan einen Beobachter schickt um Licht in die wirren Vorkommnisse von Braunschlag zu bringen. Wenn dann „St. Pölten“ (Simon Schwarz) auch noch auftaucht um das verloren gegangene Geld von Tschach einzutreiben, dessen Tochter mit ihrem Freund einen Überfall auf die Bank des Dorfes plant und der seit Jahren verschwundene Hund Bauxi den alten Matuschek zerstückelt und damit sein Vermächtnis über Braunschlag hereinbrechen lässt, bleibt kein Stein mehr auf dem anderen.

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Spätestens seit „Aufschneider“ ist David Schalko für mich als großer Filmemacher bekannt, der gekonnt den Nerv des österreichischen (und hoffentlich auch deutschen :)) Publikums trifft.
Mit einem großen (österreichischen) Staraufgebot (Robert Palfrader, Nicholas Ofczarek, Nina Proll, Maria Hofstätter, Manuel Rubey, Thomas Stipsits u.v.a.) gelingt Schalko ganz großes Kino, eine Achterbahnfahrt des Absurden, Grotesken und Abgründigen. Braunschlag ist eine Serie über einen Ort, der überall in Österreich zu finden sein könnte. Alkoholismus, Korruption, Einsamkeit, Sadismus und ein bisschen Katholizismus sind ja auch ein bisschen tief verankert in der österreichischen Seele.

„Die Deitschn san jetzt billger als die Tschechn.“ Tschachs Mutter über die neue Angestellte.

Nach dem Abspann der letzten Folge (acht an der Zahl) bleibt man unweigerlich auf der Couch sitzen, ungläubig schauend. Das Gehirn muss erst verarbeiten, was es da gerade erlebt hat. Man möchte weinen, man möchte lachen. Man fühlt sich wie von einem Zug überrollt. Man will mehr. Wie nach einem 360 minütigem High ist das Auftauchen in die Realität fast schon farblos und leer.

Ich hoffe auf mehr Serien von diesem Schlag :).

Wertung: 10 von 10 lungenembolische Meerschweinchen

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Der Name des Windes (Patrick Rothfuss)

Patrick Rothfuss, Dozent für Englisch in Wisconsin/USA schuf in 14-jähriger Arbeit einen der aufregendsten und vielschichtigsten Fantasy Romane der letzten Zeit und zugleich sein schriftstellerisches Debüt.

In aller Kürze:

Der Name des Windes erzählt von dem mächtigsten und berühmtesten Zauberer seiner Zeit. Sechssaitiger wird er genannt, Königsmörder und Flinkfinger. Es erzählt die Geschichte eines von Rachedurst getriebenen Kindes auf seinem Weg als Straßenkind, durch die Studien der arkanen Kunst, auf seinem Weg zu einem jungen, vielseitigen Mann, der viel gelitten, geliebt, gehasst und gelernt hat.

Die Geschichte vom mächtigsten Zauberer seiner Zeit. Kvothe…

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Game of Thrones – Season 1

Vollkommen unvorbereitet bin ich in die erste Staffel von „Game of Thrones“ gerutscht, nachdem ich bis jetzt gekonnt das Lesen von George R. R. Martins Saga „Das Lied von Eis und Feuer“ verweigert hatte. Der eine oder andere Tipp hat mich dann aber doch dazu gebracht, die am 23.3 bis 25.3 2012 als Marathon auf RTL2 ausgestrahlte Serie anzuschauen.

Von der ersten Minute an hat mich die Geschichte rund um den Kampf um den Thron von Westeros und der einzelnen Geschlechter (Stark, Lannister, Baratheon und Targaryen und noch ein paar mehr, die aber in der ersten Staffel der Serie wenig Beachtung finden) gefesselt wie keine andere Fantasy-Serie in den letzten Jahren.

Das Setting der einzelnen Schauplätze (gedreht wurde in Irland und Malta: die Mauer im Norden, das Land der Starks, Königsmund und Essos, …) ist beeindruckend gestaltet und in meinen Augen perfekt getroffen. So friert man schon fast automatisch mit, wenn man Jon Schnee auf die unwirkliche, gigantische Mauer, hoch im Norden, begleitet, riecht die ewigen Wälder in den Ländereien der Starks und wird von den südlichen Düften in Königsmund begleitet, während Arya durch die Gassen, auf der Jagd nach Katzen, streift.
Überhaupt ist die Stimmung weniger fantasylastig, eher denkt man an das dunkle Mittelalter in Europa, wenn man die Bilder über den Schirm flimmern sieht. Einzig kleine Andeutungen von Fantasyelementen sind zu erahnen. Erst gegen Ende der Staffel kommt etwas mehr Magie und Zauberei ins Spiel. Ein Umstand, den ich sehr gut finde, verliert so das Mysterium nicht zu schnell von seinem Bann und macht zugleich Lust, sofort die zweite Staffel der Serie anzusehen.

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