Karl May

In meiner Kindheit habe ich alle Bücher von Karl May verschlungen.

Ich liebte es mit Winnetou und Old Shatterhand durch die Prärie zu reiten, den Schatz am Silbersee zu entdecken, gemeinsam mit Kara Ben Nemsi den Balkan bereisen und zahllose Abenteuer zu erleben.

Wenn ich heute zurückdenke, weiß ich, das ich keines dieser Bücher nochmals so lesen könnte, wie ich es in meiner Jugend konnte. Der Reiz des Naiven ist für mich heute verflogen. Und Trotzdem muss ich sagen, das die Bücher und Geschichten für mich einen Teil meiner Kindheit ausgemacht haben. Zum Teil die einfache Unterteilung in Schwarz / Weiß, die Lagerfeuerromantik und ganz klar auch die Klischees vom Cowboy und Indianer. Ich denke sehr gerne zurück an diese Momente und diese Zeit, wo ich vollkommen unvoreingenommen den fiktiven Reiseerzählungen des Karl May folgen konnte.

Geht es euch auch so? Habt ihr die Erzählungen gelesen? Sind die Erinnerungen für euch auch verbunden mit Nostalgie und einem lachenden und einem weinenden Auge?

H.P. Lovecrafts – Die Saat des Bösen

H.P. Lovecrafts – Die Saat des Bösen

Seit Jahren bin ich ein Fan der Geschichten von H.P. Lovecraft, die fast immer von etwas Bösen, außerhalb des menschlichen Verständnisses, erzählen.
Die mittlerweile fast 100 Jahre alten Erzählungen schaffen es noch heute, seinen Lesern ihr eigenes Bild von dem körperlosen Grauen zeichnen zu lassen, die immer das Nemesis seiner Charaktere sind.  Die lovecraftschen Kreaturen und Götter wie Cthulhu, Yog-Sothoth, Tsathoggua, Azathoth und Nyarlathotep in ihrer uralten Bösartigkeit, die den in den Tiefen unseres Kosmos hausen, fesseln von der ersten Seite die Fantasie des Lesers.

Ivan Zuccon (Bad Brain, …) hat sich nun an einer Verfilmung gewagt, die ich selbst als eines der besten Werke Lovecrafts bezeichnen würde. Die Farben aus dem All. Zwar muss man sagen, das Zuccon hier dem geneigten Zuschauer seine eigene Interpretation präsentiert, aber das Grundthema ist deutlich zu erkennen. “Die Saat des Bösen”

Kurz Zusammengefasst:
In Italien des Jahres 1943 lebt der Bauer Piedro mit seiner Frau Alice und deren jüngeren, stummen Schwester auf einem kleinen Bauernhof, relativ unberührt von den Wirren des 2. Weltkrieges. Eines Nachts erstrahlt aus dem Brunnen des Hauses ein blaues Licht, bald darauf beginnt das Gemüse auf den Feldern Piedros unnatürlich groß zu werden und ein zunehmend geistiger Verfall setzt bei der Familie ein. Speziell Alice leidet unter der dämonischen Kraft, die sie mehr und mehr unter Kontrolle nimmt.

Eines sei gesagt: Zwar merkt man dem Film hin und wieder das kleine Budget an, trotzdem oder gerade deswegen entsteht von Anfang an eine feuchte, beklemmende Spannung. Auch wenn der Film gegen Ende hin einige Splatter Elemente beinhaltet, handelt es sich doch um einen gekonnten, subtilen, fesselnden Ökohorror-Film, den ich jedem, der etwas für dieses Genre übrig hat, nur empfehlen kann.

Wertung: 7 von 10 blutrünstige Tomaten

Wissenswertes:

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Braunschlag

Es gibt Ihn, den österreichischen Film, bzw. die österreichische Serie. Kaisermühlen Blues, die Piefke Saga, Kottan ermittelt, Aufschneider, die Polt-Trilogie oder auch die Brenner-Verfilmungen, nur um einige zu nennen. All diese Filme und Serien sprechen einen Aspekt der österreichischen schwarzen Seele an, treiben ihn zum Teil ins Absurde, Unmenschliche und Groteske. Es ist das Morbide, das Irrwitzige, das für mich bestimmte kinematografische Elemente dieser Filmgattung ausmachen. Die österreichischen Abgründe mit all ihrer Menschlichkeit, ihrer Sehnsucht, ihrem Versuch, ihrem Streben auszubrechen.

Und jetzt gibt es Braunschlag.

Manchmal braucht man eben ein Wunder.
In Braunschlag, im nördlichen Teil von Niederösterreich, nahe der tschechischen Grenze ist das Geld knapp geworden. Misswirtschaft und Veruntreuung  rund um Touristenattraktionen wie den regionalen UFO-Landeplatz, ein russisches Casino in Tschechien oder Karpfensushi zwingen Bürgermeister Gerri Tschach und dessen besten Freund Richard Pfeisinger, Besitzer der Dorfdisco Lametta, zu neuen Geschäftsideen um die marode Gemeindekasse wieder aufzufüllen. Was würde da besser passen, als eine Marienerscheinung um wieder Heerscharen an Touristen in das verschlafene Örtchen zu locken?

So beginnt eine wahnwitzige Achterfahrt rund um Bürgermeister Tschach, dessen Frau die aus der Einsamkeit ihrer Ehe ausbrechen will, dem Reinhard Matuschek der die Maria mit Außerirdischen verwechselt und der Dorfpomeranze Elfi, die Schwanger von ihrem unfruchtbaren Mann Pfeisinger sein will, während dieser dauer besoffen durch die Landschaft taumelt. So kommt es, wo man doch gerade bei Wundern ist, auch nicht schlecht, dass sich der alte Matuschek von seinem Totenbett erhebt, nachdem ihm 2 Meerschweinchen auf die Brust gelegt wurden. So ist es nicht verwunderlich, dass, nach all der Aufregung in dem sonst so ruhigen Örtchen, auch der Vatikan einen Beobachter schickt um Licht in die wirren Vorkommnisse von Braunschlag zu bringen. Wenn dann „St. Pölten“ (Simon Schwarz) auch noch auftaucht um das verloren gegangene Geld von Tschach einzutreiben, dessen Tochter mit ihrem Freund einen Überfall auf die Bank des Dorfes plant und der seit Jahren verschwundene Hund Bauxi den alten Matuschek zerstückelt und damit sein Vermächtnis über Braunschlag hereinbrechen lässt, bleibt kein Stein mehr auf dem anderen.

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Spätestens seit „Aufschneider“ ist David Schalko für mich als großer Filmemacher bekannt, der gekonnt den Nerv des österreichischen (und hoffentlich auch deutschen :)) Publikums trifft.
Mit einem großen (österreichischen) Staraufgebot (Robert Palfrader, Nicholas Ofczarek, Nina Proll, Maria Hofstätter, Manuel Rubey, Thomas Stipsits u.v.a.) gelingt Schalko ganz großes Kino, eine Achterbahnfahrt des Absurden, Grotesken und Abgründigen. Braunschlag ist eine Serie über einen Ort, der überall in Österreich zu finden sein könnte. Alkoholismus, Korruption, Einsamkeit, Sadismus und ein bisschen Katholizismus sind ja auch ein bisschen tief verankert in der österreichischen Seele.

„Die Deitschn san jetzt billger als die Tschechn.“ Tschachs Mutter über die neue Angestellte.

Nach dem Abspann der letzten Folge (acht an der Zahl) bleibt man unweigerlich auf der Couch sitzen, ungläubig schauend. Das Gehirn muss erst verarbeiten, was es da gerade erlebt hat. Man möchte weinen, man möchte lachen. Man fühlt sich wie von einem Zug überrollt. Man will mehr. Wie nach einem 360 minütigem High ist das Auftauchen in die Realität fast schon farblos und leer.

Ich hoffe auf mehr Serien von diesem Schlag :).

Wertung: 10 von 10 lungenembolische Meerschweinchen

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Fortschritt

Seit letzter Woche bin ich extrem motiviert, was diesen Blog angeht. Vielleicht erkennt man es auch (zumindest die 2 Personen, die hier halbwegs regelmäßig sind… und ja, eine davon bin ich) dass sich hier ein bisschen was getan hat.
Zuerst habe ich mich entschlossen, mir wieder eine eigene Domäne zu registrieren, da ich nicht auf den Komfort von WordPress verzichten wollte und mir in diesem Zusammenhang allerdings die gehostete Version zu wenig Möglichkeiten geboten hat.

Das schwierigste war allerdings einen Namen zu finden, der mir halbwegs zusagt. Man sagt, ich sei eine kreative Person, aber an diesem Wochenende hab ich sicher 10 Stunden darüber nachgedacht, wie ich diese Seite nennen könnte. Entweder war’s zu fantastisch, zu düster, zu ausgeflippt… wie auch immer. Und irgendwann ist mir der Name Ka-Mai in den Sinn gekommen und ich wusste, das wird es werden.

Gesagt getan: Hoster und Domain registriert, losgelegt und das ganze Wochenende gebastelt. Und überlegt. Und probiert. Und wieder neu begonnen. Und probiert. Das Ganze hat sich ein paar Mal wiederholt, bis ich mich dazu durchgerungen habe, erstmals bei diesem minimalistischem Design zu bleiben und erst, wenn sich der Weg dieser Seite herauskristallisiert hat, weitere Zeit mit Design, Layout, etc. zu verbringen (und zugleich kann ich die Change nutzen, mal mein HTML und CSS aufzufrischen).

Knapp 3 Jahre habe ich jetzt kaum oder gar nicht gebloggt: Es ist irgendwie schon faszinierend wie viel sich da getan hat. Kaum ein Blog, den ich damals gelesen habe ist noch aktiv, man selbst muss erst wieder beginnen, diese riesigen Sphären zu durchforsten um interessante Inhalte zu finden.
Und ja. Ich freu mich drauf ?.

Der Name des Windes (Patrick Rothfuss)

Patrick Rothfuss, Dozent für Englisch in Wisconsin/USA schuf in 14-jähriger Arbeit einen der aufregendsten und vielschichtigsten Fantasy Romane der letzten Zeit und zugleich sein schriftstellerisches Debüt.

In aller Kürze:

Der Name des Windes erzählt von dem mächtigsten und berühmtesten Zauberer seiner Zeit. Sechssaitiger wird er genannt, Königsmörder und Flinkfinger. Es erzählt die Geschichte eines von Rachedurst getriebenen Kindes auf seinem Weg als Straßenkind, durch die Studien der arkanen Kunst, auf seinem Weg zu einem jungen, vielseitigen Mann, der viel gelitten, geliebt, gehasst und gelernt hat.

Die Geschichte vom mächtigsten Zauberer seiner Zeit. Kvothe…

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Game of Thrones – Season 1

Vollkommen unvorbereitet bin ich in die erste Staffel von „Game of Thrones“ gerutscht, nachdem ich bis jetzt gekonnt das Lesen von George R. R. Martins Saga „Das Lied von Eis und Feuer“ verweigert hatte. Der eine oder andere Tipp hat mich dann aber doch dazu gebracht, die am 23.3 bis 25.3 2012 als Marathon auf RTL2 ausgestrahlte Serie anzuschauen.

Von der ersten Minute an hat mich die Geschichte rund um den Kampf um den Thron von Westeros und der einzelnen Geschlechter (Stark, Lannister, Baratheon und Targaryen und noch ein paar mehr, die aber in der ersten Staffel der Serie wenig Beachtung finden) gefesselt wie keine andere Fantasy-Serie in den letzten Jahren.

Das Setting der einzelnen Schauplätze (gedreht wurde in Irland und Malta: die Mauer im Norden, das Land der Starks, Königsmund und Essos, …) ist beeindruckend gestaltet und in meinen Augen perfekt getroffen. So friert man schon fast automatisch mit, wenn man Jon Schnee auf die unwirkliche, gigantische Mauer, hoch im Norden, begleitet, riecht die ewigen Wälder in den Ländereien der Starks und wird von den südlichen Düften in Königsmund begleitet, während Arya durch die Gassen, auf der Jagd nach Katzen, streift.
Überhaupt ist die Stimmung weniger fantasylastig, eher denkt man an das dunkle Mittelalter in Europa, wenn man die Bilder über den Schirm flimmern sieht. Einzig kleine Andeutungen von Fantasyelementen sind zu erahnen. Erst gegen Ende der Staffel kommt etwas mehr Magie und Zauberei ins Spiel. Ein Umstand, den ich sehr gut finde, verliert so das Mysterium nicht zu schnell von seinem Bann und macht zugleich Lust, sofort die zweite Staffel der Serie anzusehen.

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whats next…

Sooo…

Drei neue Autoren und deren Bücher stehen auf meiner ToDo-Liste. Durch Zufall auf die jeweiligen Schriftsteller aufmerksam geworden, sei es über einen Bericht in einer Zeitschrift oder gewisse soziale Netzwerkseiten :))

Also, folgende Bücher werden in der nächsten Woche bestellt:

  • George R. R. Martin – Das Lied von Eis und Feuer (fünf Bücher in Englisch (zehn in deutscher Übersetzung) bis jetzt)
  • Suzanne Collins – Die Tribute von Panem (drei Bücher bis jetzt)
  • Patrick Rothfuss – Die Furcht des Weisen (zweiter Teil des zweiten Buches, zumindest in der deutschen Übersetzung)

Zu lesen gibt’s demnach genug in der nächsten Zeit 🙂