Rainer Sturm / pixelio.de

Project Home Cinema: Teil 1 – Raspberry Pi mit OpenELEC

Wie schon in diesem Beitrag angekündigt, möchte ich hier eine Beschreibung zur Verfügung stellen, wie mit kleinen Mitteln ein vollwertiger HTPC auf Basis von XBMC (in diesem Fall Open ELEC) zusammen gestellt werden kann.

Folgende Komponenten wurden verwendet:

Raspberry Pi (Model B)WICHTIG: Dieses Setup funktioniert nur mit einem Raspberry Pi Model B (mit 512 MB Ram). Die ältere Version besitzt einerseits keinen eigenen LAN Anschluss und ist auf der anderen Seite mit nur 256 MB Ram etwas schmalbrüstig bestückt.

Setup Raspberry Pi:

Der Zusammenbau des Mini-PCs geht relativ einfach von der Hand, da keine Schrauben oder sonstiges Equipment verwendet werden muss um alles zusammen zu setzen.

  1. Der Raspberry Pi muss vorsichtig in das Plexiglas Gehäuse gesetzt werden. Die Abdeckung muss ohne Problem und ohne größere Gewaltanwendung in die vorgesehenen Einsparungen passen.
  2. Das HDMI Kabel wird direkt mit dem Fernseher (oder einem anderen passenden Anzeigegerät) verbunden.
  3. Das LAN Kabel muss mit dem LAN verbunden werden. Da ich keinen HUB zu Hause verwende, habe ich alles gleich direkt mit meinem Router verbunden.
  4. Die SD Karte und der USB Stick werden noch nicht verbaut, da diese Komponenten noch für das Setup von OpenELEC verwendet werden.
  5. Das Micro-USB Ladekabel kann schon angeschlossen werden, allerdings bringt es zu diesem Zeitpunkt noch wenig, dem Raspberry Pi Energie zu gönnen, da das eigentliche Betriebssystem noch fehlt.

Das ganze sieht dann in etwa so aus:

Platzhalter für Foto

Setup OpenELEC:

Was wird benötigt?

Folgende Schritte müssen nun ausgeführt werden, um OpenELEC auf dem Raspberry Pi zu installieren. Diese Anleitung richtet sich speziell an Windows Anwender:

  1. SD Karte und USB Stick müssen am PC angesteckt sein
  2. Installiert und startet das Programm Partition Wizard und konfiguriert die SD Karte und den USB Stick wie folgt:
    SD Karte: Erstellt eine FAT32, PRIMARY, ACTIVE Partition mit mindestens 150 MB (es kann ohne Probleme auch der ganze Speicher verwendet werden) mit der Bezeichnung „System
    USB Stick: Erstellt eine EXT4, PRIMARY Partition (am besten mit dem gesamten, verfügbaren Speicherplatz) mit der Bezeichnung „Storage
  3. Die zuvor heruntergeladene OpenELEC Installation muss entpackt werden (Winzip, Winrar, 7zip, …)
  4. Nun müssen die Daten mittels einer DOS Box (Start -> Ausführen -> cmd -> ok) auf die SD Karte kopiert werden. Dazu müssen die folgenden Befehle in der DOS Box ausgeführt werden (Achtung: Laufwerk G: wurde in meiner Umgebung verwendet. Gegebenenfalls muss hier der Laufwerksbuchstabe angepasst werden)
    copy target\KERNEL g:\kernel.img
    copy target\SYSTEM g:\
    copy 3rdparty\bootloader\*.* g:\
    copy openelec.ico g:\
    copy README.md g:
  5. Die Datei „g:\cmdline.txt“ muss nun editiert werden. Dazu kann diese mit einem normalen Text-Editor geöffnet werden.
    Folgende Zeile muss hinzugefügt werden:

    boot=/dev/mmcblk0p1 disk=/dev/sda1 console=ttyAMA0,115200 kgdboc=ttyAMA0,115200 console=tty1 ssh
  6. Nun kann die SD Karte und der USB Stick mit dem Raspberry Pi verbunden werden.
  7. Wurden alle Schritte korrekt durchgeführt, kann nun der Raspberry Pi mit dem USB Ladekabel verbunden und gestartet werden.
  8. Es macht Sinn, gerade beim ersten Start noch eine USB Tastatur anzuschließen um das Initialsetup am Fernseher bedienen zu können. Moderne Fernseher sollten bereits CEC können, wodurch die Fernseher Fernbedienung anstelle der Tastatur verwendet werden kann.
  9. Voila… OpenELEC sollte nun auf dem Raspberry Pi laufen.
  10. Eventuell muss noch das Netzwerk entsprechend konfiguriert werden, wenn z.B. kein DHCP Server im Netzwerk verfügbar ist, bzw. eine dynamische IP Adresse keine Option darstellt.
    Ich habe das einfach mit einer DHCP Reservierung am Router gelöst.

openelec_01

Auf der offiziellen OpenELEC Seite findet sich noch ein Eintrag zur Konfiguration der Zeit am Raspberry Pi. Der Vollständigkeit halber schreibe ich das hier auch nieder, auch wenn meine Installation direkt über das Netzwerk schon alles automatisch konfiguriert hatte.

  1. Mittels SSH muss eine Verbindung zu OpenELEC hergestellt werden (User: root; Passwort: openelec).
  2. Folgender Befehl muss ausgeführt werden:
    vi /storage/.config/autostart.sh
  3. Fügt nachfolgende Zeilen am Ende der Datei hinzu:
    #!/bin/sh
    (sleep 30; \
    /usr/sbin/ntpdate pool.ntp.org; \
    )&
  4. Der vi Editor kann mit der Taste  [ESC] und dem Befehl „:wq“ (Erscheint ganzen Unten im Editor) gespeichert und beendet werden.
  5. Zum Abschluss noch folgendes durchführen und danach den Raspberry Pi neu starten
    chmod +x /storage/.config/autostart.sh

Nun haben wir einen vollwertigen HTPC um Einkaufspreis von ca. 65 €  auf Basis von OpenELEC zur Verfügung. Natürlich fehlt noch die Anbindung der Mediathek um Filme, Serien oder Musik wiedergeben zu können.

OpenELEC

Auch muss klar gesagt werden: Die Performance von dem Gerät kommt sicherlich nicht an einem klassischen HTPC ran. Kann man jedoch mit kurzen Wartezeiten beim Menüwechsel leben (erster Aufruf der Filmübersicht dauert ca. 7 Sekunden, danach gehts deutlich schneller) ist es für diesen Preis ein unschlagbares, feinesTeil und kann, wenn man sich entscheiden sollte, doch in einen vollwertigen HTPC zu investieren, für zahllose andere kleine Spielereien verwendet werden.

Bei der Videowiedergabe konnte ich bis jetzt keine Ruckler oder andere Probleme feststellen (auch 1080p Titel).

Ich bin mit diesem Setup eigentlich sehr, sehr zufrieden.

Comming Soon: Project Home Cinema: Teil 2 – Mediathek & OpenELEC Optimierung

Copyright des verwendeten Home Cinema Bildes: Rainer Sturm  / Pixelio.de

2 Gedanken zu „Project Home Cinema: Teil 1 – Raspberry Pi mit OpenELEC“

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