Karl May

In meiner Kindheit habe ich alle Bücher von Karl May verschlungen.

Ich liebte es mit Winnetou und Old Shatterhand durch die Prärie zu reiten, den Schatz am Silbersee zu entdecken, gemeinsam mit Kara Ben Nemsi den Balkan bereisen und zahllose Abenteuer zu erleben.

Wenn ich heute zurückdenke, weiß ich, das ich keines dieser Bücher nochmals so lesen könnte, wie ich es in meiner Jugend konnte. Der Reiz des Naiven ist für mich heute verflogen. Und Trotzdem muss ich sagen, das die Bücher und Geschichten für mich einen Teil meiner Kindheit ausgemacht haben. Zum Teil die einfache Unterteilung in Schwarz / Weiß, die Lagerfeuerromantik und ganz klar auch die Klischees vom Cowboy und Indianer. Ich denke sehr gerne zurück an diese Momente und diese Zeit, wo ich vollkommen unvoreingenommen den fiktiven Reiseerzählungen des Karl May folgen konnte.

Geht es euch auch so? Habt ihr die Erzählungen gelesen? Sind die Erinnerungen für euch auch verbunden mit Nostalgie und einem lachenden und einem weinenden Auge?

5 Gedanken zu „Karl May“

  1. Kann ich sehr gut nachvollziehen. Mein Vater hat damals die ganzen alten Hardcover-Bücher aus einem Antiquariat gekauft und ich habe sie (nicht alle, aber fast) verschlungen. Mein erstes war „Der Schut“, weil dort das Cover so mitreißend aussah. Heute würde ich wohl auch nicht mehr durchhalten, aber ich habe ebenso tolle nostalgische Erinnerungen, wenn ich daran zurückdenke…

  2. Ja. Der Gedanke ist mir dieses Wochenende gekommen, als ich beim Zappen irgendwie über ne alte Karl May Verfilmung gestolpert bin und mir das wieder mal anschauen musste. Irgendwie hatte ich sofort das Bild aus der Kindheit im Kopf. Karl May im Fernsehen bei den Großeltern am Samstag Nachmittag schauen :). Und den kompletten Namen von Hatschi-Halef-Omar-Ben-und-so-weiter auswendig lernen 🙂

  3. Pshaw! Karl May eine Naivität vorzuwerfen ist aber auch ein bisschen von Vorurteilen behaftet. Sicher sind seine Beschreibungen etwas sonderlich, zumal er die Plätze großteils nie selbst bereist hat, jedoch sind die Inhalte, gerade wenn man die Erzählungen (nicht unbedingt die Jugendromane, wenn ich mich nicht irre) heute noch einmal Revue passieren läßt immer mehr geprägt von anfänglichem Edelmut bis nahezu religiös-philosophischen Diskursen, welche bis an die anregende Dialektik heranragen. Ich sammle Karl May noch heute, lese ihn auch und werde mir in absehbarer Zeit die historisch-kritischen Ausgaben wohl auch noch zulegen, um den erfolgreichsten deutschen Schriftsteller Karl May wahrhaft vortrefflich studieren zu können. Man darf die Verfälschungen und Kürzungen nämlich nicht außer Auge lassen, welche die verschiedenen Ausgaben über die Jahre erfahren mussten. Am schlimmsten für mich sicher die neue Rechtschreibung. Pfui.

  4. @ Ape:
    Das meine ich auch mit Naivität. Und das meine ich keinesfalls abwertend. Das ist eben der Stil, der Karl May für mich ausgemacht hat :). Und die aktuellen Übersetzungen kann ich schwer nachvollziehen… aber vielleicht wäre May ja mal was für ne Urlaubslektüre… hmmmmmmm 🙂

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