Illuminatus! (Robert Shea; Robert Anton Wilson)

Mit zarten 16 Jahren (+ – ein paar Jährchen) bin ich beim Stöbern im Büchermarkt meines Vertrauens durch Zufall über den ersten Teil von Robert Sheas und Robert A. Wilsons Romanserie „Illuminatus!“ gestolpert. Schon alleine der Einband hat es mir angetan mit all seiner Symbolik und seinem poppigen Elementen. Ich gestehe es auch ganz ehrlich. Die Illuminaten waren mir zu diesem Zeitpunkt kein Fremdwort und Verschwörungstheorien fand (finde) ich ziemlich spannend. Klappentext gelesen, Bücher gekauft und… HÖLLE JAAAAA!!! Mindfuck pur!

Okay, okay… der Reihe nach:

Es ist relativ schwer eine kurze Inhaltsangabe zu dieser Trilogie zu schreiben, die Gründe werde ich später noch aufzählen. Trotzdem will ich versuchen das Gesamte kurz zu umreißen, damit ihr, geneigte Leser, ein kleinen Einblick bekommt über eine Buchserie, die den Begriff „Sex, Drugs & Rock’n Roll“ zu 100% verkörpert.

Zusammenfassung:

Im Jahr 1976 kommt es in New York zu einem Bombenanschlag auf die linke Zeitschrift Confrontation bei dem der Chefredakteur des Blattes, Joe Malik spurlos verschwindet. Die beiden Detektivs Saul Goodman und Barney Muldon sollen den Anschlag klären und Malik finden.
Bei ihren Recherchen stellt sich heraus, dass sich das Blatt mit den Morden an John F. Kennedy, Robert F. Kennedy und auch Martin Luther King beschäftigte und folgen dieser Spur. Durch Notizen, Indizien, denen sie folgen, werden sie in einen Strudel von immer verwirrender werdenden Verschwörungstheorien verstrickt. Fast zur gleichen Zeit wird der Reporter Georg Dorn in dem texanischen Städtchen Mad Dog wegen Drogenbesitz festgenommen. Während er halluzinierend seine eigene Hinrichtung erträumt, wird das Gefängnis von einer Gruppe von Anarchisten angegriffen, Georg befreit und auf das goldene U-Boot Lief Erickson gebracht, wo er unter der Aufsicht des mysteriösen Anführers der Gruppe, Hagbard Celine, einer radikalen Gehirnwäsche unterzogen wird um ihm die Lehre des Diskordianismusses nahe zu bringen. Der Computer des U-Boots, FUCKUP (First Universal Cybernetic-Kinetic Ultra-Micro Programmer) sagt mittels seines „Schaltkreis“ I Ging täglich die Wahrscheinlichkeit für den Dritten Weltkrieg voraus.

Die Anarchisten, rund um Hagbard Celine, stehen in einem ewigen Kampf gegen die Illuminaten, die insgeheim die Welt kontrollieren. Der Plan der Illuminaten, das „Eschaton zu immanentisieren“, zielt darauf hin, das Ende der Welt, bzw. ein neues Paradies auf Erden herbeizuführen.
Dafür soll bei einem gigantischen Rockkonzert in Ingoldstadt die Band „American Medical Association“ (AMA) ein Massenmenschenopfer durchführen um genügend Energie freizusetzen um einer kleinen Gruppe von Eingeweihten das ewige Leben zu verschaffen (darunter auch Adolf Hitler). Die Mitglieder der Rockband selbst sind vier der fünf Illuminati Primi. Das Opfer wird durch das Erscheinen der griechischen Göttin Eris verhindert und die vier Illuminati Primi sterben.

Während die Besatzung der Lief Erickson von einem gigantischen Einzeller (dem Leviathan) bedroht wird, stellt sich den Protagonisten die Frage, ob sie nicht alle Figuren in einem Roman sind. Diese metafiktionale Frage wird jedoch nicht weiter verfolgt, nachdem der Leviathan wieder ihre volle Aufmerksamkeit erfordert. Erst der Einsatz von FUCKUP (als Gesprächspartner für den Jahrtausend alten Einzeller) kann die Gefahr gebannt werden und Hagbard Celine eröffnet allen seine Rolle als fünfter Illuminatus Primus, um das Gleichgewicht zwischen Illuminaten und Discordiern zu wahren.

Sein wahres Ziel ist jedoch, als Mitglied eines noch geheimeren Geheimbundes, die Verbreitung der Idee, dass jeder die Freiheit hat, jederzeit zu tun, was er will.

Meinung:

„Intellektueller Höchstgenuss“

Mit diesen Worten würde ich diese Romanserien kurz umschreiben, wenn ich spontan danach gefragt werden würde. Kein anderer Roman, keine andere Serie (im SciFi Bereich) hat es mir bis jetzt so angetan: Verschwörungstheorien, ein Schreibstil, wie man (ich) ihn so noch nie gelesen hat (radikaler Wechsel der Zeiten, Perspektiven, Personen, zum Teil auch mitten in einem Satz), Sex, Drugs und Rock n‘ Roll, Metaphysik, Yog-Sothoth (H. P. Lovecraft), für Clark Kent reservierte Telefonzellen und Fnords. Und natürlich die omnipräsente Zahl 23.

Nachdem ich nun diese Bücher mit zarten 16 Jahren (+ -) gelesen habe, ist es immer wieder ein erfreuliches Ritual, alle 2 Jahre ca. die Story erneut zu erleben und in diese wahnwitzige und humoristische Achterbahn einzusteigen um seinen Geist neu programmieren zu lassen.

Wertung: 10 von 10 erleuchtete Fnords

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