Game of Thrones – Season 1

Vollkommen unvorbereitet bin ich in die erste Staffel von „Game of Thrones“ gerutscht, nachdem ich bis jetzt gekonnt das Lesen von George R. R. Martins Saga „Das Lied von Eis und Feuer“ verweigert hatte. Der eine oder andere Tipp hat mich dann aber doch dazu gebracht, die am 23.3 bis 25.3 2012 als Marathon auf RTL2 ausgestrahlte Serie anzuschauen.

Von der ersten Minute an hat mich die Geschichte rund um den Kampf um den Thron von Westeros und der einzelnen Geschlechter (Stark, Lannister, Baratheon und Targaryen und noch ein paar mehr, die aber in der ersten Staffel der Serie wenig Beachtung finden) gefesselt wie keine andere Fantasy-Serie in den letzten Jahren.

Das Setting der einzelnen Schauplätze (gedreht wurde in Irland und Malta: die Mauer im Norden, das Land der Starks, Königsmund und Essos, …) ist beeindruckend gestaltet und in meinen Augen perfekt getroffen. So friert man schon fast automatisch mit, wenn man Jon Schnee auf die unwirkliche, gigantische Mauer, hoch im Norden, begleitet, riecht die ewigen Wälder in den Ländereien der Starks und wird von den südlichen Düften in Königsmund begleitet, während Arya durch die Gassen, auf der Jagd nach Katzen, streift.
Überhaupt ist die Stimmung weniger fantasylastig, eher denkt man an das dunkle Mittelalter in Europa, wenn man die Bilder über den Schirm flimmern sieht. Einzig kleine Andeutungen von Fantasyelementen sind zu erahnen. Erst gegen Ende der Staffel kommt etwas mehr Magie und Zauberei ins Spiel. Ein Umstand, den ich sehr gut finde, verliert so das Mysterium nicht zu schnell von seinem Bann und macht zugleich Lust, sofort die zweite Staffel der Serie anzusehen.

Auch die Darsteller überzeugten mich eigentlich alle. Besonders gut haben mir die Figuren des Thyrion Lannisters (dargestellt von Peter Dinklage) und der Daenerys Targaryen (Emilia Clark) und natürlich Eddard Stark (Sean Bean) gefallen. Gerade bei Daenerys hatte ich wirklich die ganze Zeit dass Gefühl das sie mehr verkörpert (und dann bäm. letzte Szene, letzte Folge der Staffel :)) und nicht nur die kleine, hübsche Prinzessin ist. Wohl sollte auch die Rolle des Petyr Baelish (Aidan Gillen) und Lord Varys (Conleth Hill) erwähnt werden, welche dem verruchten, dekadenten Königmund noch eine weitere pikante Nuance verleihen.
Die vielen Charaktere, die in der Serie vorkommen, lassen einen zwar hin und wieder den Überblick verlieren, vor allem da sich viele Szenen erst im späteren Verlauf der Staffel voll und ganz erschließen. Dafür ist der Aha Effekt umso gelungener.
Was wohl auch zum großen Erfolg der Serie zu zählen ist: George R. R. Martins Charaktere sind nicht genretypisch schwarz/weiß gezeichnet. Jeder der Charaktere hat seine eigenen Motivationen und seine eigene Hintergrundgeschichte, wodurch das Tun und Handeln glaubwürdig und realistisch wirkt.
Auch eher untypisch ist die Tatsache, dass einige der ‚Hauptcharaktere‘ im Verlauf der Staffel ihr Leben verlieren.

Aber gerade dieser ‚Realismus‘ trägt immens zur Tiefe und Komplexität der Serie bei.

In der Kürze:

Karte von Game of Thrones

Der Winter naht.
Nachdem das Herrscherhaus Targaryen von Robert Baratheon nach knapp 300 Jahren Regentschaft über die Sieben Königreiche zerschlagen wird und ein trügerischer Frieden in den Ländern von Westeros herrscht, setzt die Handlung von Game of Thrones ein.
Nachdem Robert durch einem Giftanschlag stirbt, beginnt ein blutiger Machtkampf der Häuser Stark, Lannister und Baratheons, um den Thron des Landes.
Zugleich erhebt sich im Norden, hinter der eisigen Mauer der Nachtwache, ein uraltes Übel während die letzte der Targaryen, Daenerys, auf dem Kontinent von Essos versucht ihre Machtbasis wieder zu stärken.

Ich gehe jetzt bewusst nicht weiter auf die Story ein, schon alleine deswegen, weil die komplexe, umfangreiche Geschichte nur schwer zusammengefasst werden kann und vor allem, da jeder, der sich die Serie vielleicht kaufen wird, relativ unvoreingenommen in dieses Vergnügen springen sollte.

YouTube Preview Image

Meinung:

Alles in allem eine wundervolle Fantasy Serie, die sofort Lust auf eine nächste Staffel (wird wohl leider noch ein Jahr brauchen, bis diese in Österreich verfügbar ist) gemacht hat. Stimmungsvolles Setting, großartige Schauspieler, wahnsinnige Story… Eine Serie, die fast schon sowas wie Fernweh erwecken kann.
Für die Serie wurde eigens eine Kunstsprache für das Volk der Dohltraki erschaffen, wodurch das ganze noch tiefer gehend wirkt.

Auch sind die Unterschiede zum Buch nur sehr marginal, so das man oft das Gefühl hat, genau die dargestellte Szene schon mal gesehen/gelesen zu haben. Der Wiedererkennungswert ist dementsprechend groß.

In diesem Sinne: Der Winter naht…

Wertung: 9 von 10 schwarze Raben

Game of Thrones – Staffel 1 (DVD ) auf Amazon
Game of Thrones – Staffel 1 (Blue-Ray) auf Amazon

3 Gedanken zu „Game of Thrones – Season 1“

  1. Ja, eine tolle Serie! Mir gefallen die Bücher noch einen Tick besser, weil sie einen noch tiefer in die Welt eintauchen lassen. Dennoch kann ich die zweite Staffel kaum erwarten.

  2. Ja, ich habe gerade mit dem ersten Teil (auf Englisch) begonnen, bin schon gespannt, was mich hier erwartet. Und unabhängig davon: Ja… Her mit Staffel 2 🙂

  3. Ich bin inzwischen beim dritten Band („A Storm of Swords“) angekommen und immer noch extrem begeistert. Komme halt wegen Job und Co. nicht so viel zum Lesen, wie ich es mir wünschen würde, doch bis zum Start der dritten Staffel bin ich bestimmt durch… 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.